Wie die Wissenschaft endlich den Schmerz von Frauen wahrnimmt
Quelle: VIDEOELEPHANT (Glomex)
Jahrzehntelang wurden Frauen, die unter chronischen Schmerzen leiden, oft abgetan, da Behandlungen, die bei Männern wirken, ihre Symptome nicht lindern konnten. Eine neue Studie der Universität Calgary zeigt jedoch, dass Schmerzen bei Männern und Frauen auf unterschiedlichen biologischen Wegen ablaufen, was diese Ungleichheit erklärt. Die in der Fachzeitschrift Neuron veröffentlichte Studie konzentriert sich auf das Protein Pannexin-1 (Panx1), das bei beiden Geschlechtern Schmerzen auslöst, allerdings über unterschiedliche Immunzellen und chemische Signale. Bei Männern wirkt Panx1 über Mikroglia und setzt VEGF frei, ein Protein, das die Schmerzempfindlichkeit erhöht. Bei Frauen aktiviert Panx1 CD8+ T-Zellen, die Leptin freisetzen, ein Hormon, das mit Hunger und Schmerz in Verbindung gebracht wird. Dieser Unterschied hilft zu erklären, warum Behandlungen, die auf Mikroglia abzielen, bei Männern wirken, bei Frauen jedoch oft nicht. Die Studie zeigt auch, dass diese geschlechtsspezifischen Mechanismen direkt Schmerzen verursachen. Wenn Mikroglia von männlichen Tieren in weibliche Tiere übertragen wurden, lösten sie Schmerzen aus, und umgekehrt, wenn weibliche T-Zellen in männliche Tiere übertragen wurden. Diese Erkenntnisse könnten zu wirksameren, auf das jeweilige Geschlecht zugeschnittenen Behandlungen führen. Zum Beispiel könnten VEGF-Blocker Männern helfen, während Leptin-Blocker Frauen Linderung verschaffen könnten. Diese Forschungsergebnisse sind besonders wichtig für Erkrankungen wie Fibromyalgie, von der Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Letztlich deutet diese Entdeckung auf eine Verlagerung hin zu einer stärker personalisierten Schmerzbehandlung hin, die auf die einzigartigen biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen eingeht und die Ergebnisse für beide Geschlechter verbessert.